Exilpflege in Berlin

Bin im November seit langem wieder mal in Berlin gewesen. Hab da mit dem Mobiltelefon ein paar Typosujets und ein paar andere abgelichtet.

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Auszeichnung zum 3. Rang im

Anlässlich des Bazar Pazzos, eines kleinen feinen Weihnachtsmarktes in Luzern, konzipierten Raphi Muntwyler und ich eine kleine Druckedition. Die Idee war, der Kundschaft “3. Preise” anzubieten. Beziehungsweise Auszeichnungen, damit der Käufer sie an die Wand hängen und sich damit brüsten kann (Oder über sich schmunzeln) Die Herausforderung war natürlich, zusammen mit dem “Kunden” den Gegenstand des fiktiven verliehenen Preises zu formulieren. Was die Aktion, zumindest was die Verkaufszahlen anging (6 Stck.), zu einer grossen Herausforderung machte.

Uns war klar, dass das nicht einfach werden wird. Der dritte Rang ist ja etwas besonders Ambivalentes. Weshalb wir das Produkt ansich, besonders liebevoll gestalteten. Eine handgedruckte kleine Edition von Lithografien wurde es. Auf bestes Büttenpapier gedruckt! Und ein hartes Stück Verkaufsgeschick. Man kann diese Auszeichnungen nach wie vor bei uns zum Preis von 20.– bestellen, wir füllen sie auch noch aus!

Und als Ankündigung. Dieses Jahr gibt es die oft gewünschten 1. Ränge, gegen einen kleinen Aufpreis. Der Bazar Pazzo findet dieses Jahr am 11. Dezember im Bourbaki (Luzern) nachmittags statt. Neben meinen und Raphis Publikationen und Produkten der letzten Jahre werden wir auch wieder eine exklusive Neukreation vor Ort haben!

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R&R Sprichwörter

In einer sehr inspirierenden Zusammenarbeit mit dem Grafiker und Illustrator Raphael Muntwyler entstanden 2008 12 Stickereien und rund 50 Keramikgegenstände. Die meisten dieser Produkte haben wir am Bazar Pazzo in Luzern verkauft, nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben, nämlich als Illustrationen für die wundersame Neuerscheinung “R+R Sprichwörter” zu dienen. Die Publikation (64 Seiten, limitierte Auflage von 100 Exemplaren) ist bei R&B oder bei mir erhältlich.

Die vermeintlichen Sprichwörter zu dem Projekt sind zum Teil von mir, wobei es sich hauptsächlich um leicht abgewandelte, bestehende Redensarten und Sprichwörter handelt wie “Wer sucht erfindet” oder “Geld spielt keine Rolle, sondern führt Regie”. Ein Grossteil des materiales stammt aus einem kruden Fundus von ins Deutsche übertragenen, estnischen Redensarten.

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Phantomportraits für 10 Jahre Big Brother Awards

Die Big Brother Awards nahmen ihr 10-jähriges Bestehen zum Anlass, um eine Jubiläumsausstellung und eine Aktionswoche zu veranstalten. “Vom Überwachen der Überwacher” hiess diese. Mit dabei in der Shendhalle der Roten Fabrik waren meine Phantomportraits. Inszeniert mit einem benutzbaren Arbeitsplatz bestückt mit der Software um Phantombilder zu er-Zeugen, einer Leerstelle (bzw. einem leeren Rahmen inkl. dezenter Spiegelung) sowie einem grandiosen aber unplanmässigen Gummibaum.

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Bausatz, ein Satzbaubausatz im Treppenhaus der IG Arbeit

Aus einem von Markus Boyer lancierten Ideenwettbewerb für ein Kunstwerk im Neubau der IG Arbeit, Luzern ging mein Projekt “Bausatz” als Sieger hervor. In der Ausschreibung war eine künstlerische Intervention für das Treppenhaus gefordert, welche

die strenge und funktionale Architektur (bzw, die Enge des Treppenhauses) bereichern sollte. Einfach, überraschend, erfreulich, schön ev. irritierend zum Innehalten oder Schmunzeln sollte der Eingriff sein.

“Bausatz” besteht aus rund 200 verschiedenfarbigen, grossen Magnetbuchstaben und Satzzeichen. Grosse Teile der Wände des Treppenhauses wurden mit einer Spezialfarbe mit einem hohen Metallanteil grundiert und anschliessend einmal überstrichen, mit dem Resultat, dass nun die Buchstaben haften können. Diese Wände können nun mit wechselnden Botschaften und Zeichen beschriftet werden.

Im Frühjahr und Sommer 2009 realisierte ich dann die Arbeit. Das Hauptproblem bei der Ausführung stellte sich im Abstimmen der verwendeten Materialien zueinander (Schaumstoff, Magnete, Magnetfarbe, Betonwand); und der Dimensionierung und Kräfte (Gewicht u. Grösse der Buchstaben, Haftkraft der Magnete, Haftkraft der Leimverbindung Magnet-Schaumstoff, Reibung zwischen Buchstaben und gestrichener Wand). Nach der Lieferung der Buchstaben war mein Atelier für einen Monat lang voll davon.

Die Unmengen von Buchstaben verleiteten zu allerlei Experimenten (insbesondere die Negativformen hatten es mir angetan) bevor ich mit dem Einlassen und Leimen der Magnete begann.

Zur gleichen Zeit wurde das Treppenhaus der IG Arbeit mit “Magnetfarbe” gestrichen. Der “Satzbau-Bausatz” war Ende Oktober fertig. Nachdem ich erst einmal schlicht die Lettern nach Farben sortiert auf je einer Etage verteilt hab, begann ich einzelne Wortspiele und Wortschöpfungen zu plazieren.

Seither bespielen die Leute der IG Arbeit den Bausatz. Ich besuche ab und an das Treppenhaus. Schaue wie sich die Arbeit verändert hat, dokumentiere und greife zum Teil in den Prozess ein.

Alles ist da. Bereit um inspiriert und belebt, mit Sinn oder Unsinn gefühlt und gefüllt zu werden. Die farbigen Buchstaben reizen durch ihre Haptik. Wie von Zauberhand haften sie an den Wänden und sind dennoch beweglich im Kontrast zur Statik des Treppenhauses. Die subversive Magie des Wandelbaren und Provisorischen gegenüber der Macht der unbeweglichen Materie.

Der Spielraum ist durch die Architektur vorgegeben und begrenzt. Zwar ist auch die Anzahl der Buchstaben unseres Alphabetes klein, doch in Kombination miteinander bringen sie den immensen Wortschatz unserer Kultur hervor. Sie sind quasi die Atome des Geschriebenen. Bereit um zu einfachen oder komplexen Molekülen verknüpft zu werden; bereit um die Welt zu beschreiben und mit Bedeutung zu füllen.

Die Benutzer des Gebäudes bespielen dieses Werk. Die Arbeit verändert sich je nach Aktivität und Lust der Teilnehmenden. Das Treppenhaus wird zum Platz für verstohlene Offenbarungen, sachliche Feststellungen, trendige Emoticons, unlautere Angebote, komplexe Mengenrechnungen, banale Liebesgeständnisse, unvollendete Gedichte, schnörkellose Pendenzenlisten, dadaistische Typogramme, rätselhafte Kommentare, etcetera …

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Teamwork

“Im Anfang war das Wort” so lautete der Titel zur Ausstellung “Kunst auf Heiligkreuz” im Entlebuch, welche während des Sommers 2009 ebenda stattfand.

Zum vierten Mal findet auf Hl. Kreuz eine Kunstausstellung statt, die vom Entlebucher Kunstverein initiiert und durchgeführt wird. Nach „bildStock“ „klangraum“ und „bodybild“ widmet sich nun „im anfang war das wort“ der Sprache in der bildenden Kunst. Zeichen, Worte, Schrift und Sprache bilden den gemeinsamen Fokus des künstlerischen Schaffens, das dieses Jahr auf Heiligkreuz zu sehen ist.

Die Gruppenausstellung war als “Kunstspaziergang” angelegt. Vom Dorf Heiligkreuz hoch zum Bergrestaurant First hatten verschiedene nationale und internationale Künstler bei welchen das Wort einen wichtigen Stellenwert einnimmt in die Kulturlandschaft eingegriffen.

Mit meiner zweiteilige Arbeit “Teamwork” bespielte ich je einen Standort am Anfang und einen am Ende des Parcours. Ziel meines Eingriffes war mitunter ein Werk zu plazieren, welches sich nicht sofort entschlüsselte bzw. nicht augenblicklich als Kunstwerk erkennbar sein sollte. Wozu man wissen muss, dass die besagte Strecke ein beliebter Wanderausflug ist. Ich suchte also nach einem Träger für Worte, welches sich im Kontext des Wallfahrtsortes Heiligkreuz unauffällig einbringen liess und kam so auf die Idee T-Shirts auf einer Wäscheleine zum Träger meiner zwei Botschaften zu machen. Das Design der T-Shirts wählte ich derart, dass sie auf den ersten Blick als Mannschaftsleibchen eines Sportvereines durchgehen würden.

Der erste Standort im Dörfchen war so gewählt, dass er einem unaufmerksamen Betrachter entgehen konnte. Alle Arbeiten war zwar ausgeschildert, zudem gab es einen Führer zum Parcours und diverse Rahmenveranstaltungen. Zu meinem Zielpublikum zählte ich aber explizit auch alle zufälligen Passanten und Ausflügler. Der zweite Standort beim Bergrestaurant First war sehr auffällig gewählt. Spätestens da sollte auch der Wanderer auf den Stewi mit den T-Shirts und den Text aufmerksam werden.

Mit den Wortspielen KOMMHERZ für den Standort im Wallfahrtsort selber und PLACEBEAU für den Aussichtspunkt versuchte ich ein weites in sich aber widersprüchliches Feld an Assoziationen und Bedeutungen zu den Standorten aber auch zur Kunstproduktion und Rezeption aufzutun. Die beiden Installationen hielten der Witterung erstaunlicherweise bis fast zum Ende der Ausstellung stand. Ein Sturm kurz vor Ende riss der Stewi auf First einen Arm ab. Die roten Shirts war nach zweieinhalb Monaten Sonneneinstrahlung zudem etwas ausgebleicht.

Die T-Shirts waren zudem so konzipiert, dass sie auch nach der Ausstellung noch als Träger ihrer Botschaft fungieren können, wobei diese dann, aus dem Zusammenhang der Wäscheleine und der Ausstellung gerissen, anders weiterfunktionieren würden. In einer Versteigerung zum Abschluss der Ausstellung sollten sie verkauft werden. Die Öffentlichkeitsarbeit zum ganzen Ausstellungsevent war aber leider derart katastrophal, dass kein kaufkräftiges Publikum erschien um die 250.– Fr. Mindestgebot pro T-Shirt abzugeben.

However. Die T-Shirts kann man nachwievor kaufen! Sie werden von mir signiert ausgeliefert und sind alles Unikate. Die roten (PLACEBEAU) haben alle die Grösse M. Die blauen (KOMMHERZ) ein L. Beide tragen auf der Rückseite den Schriftzug “Heiligkreuz” und die Nummer “09″. Die Sportleibchen der Marke Puma sind aus feuchtigkeitsregulierendem Material und sehr strapazierfähig (sic!)

Projektbeschrieb und Grobkonzept zu TEAMWORK alias “Weisser Riese”

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Die Stautologie, ein Text im sms-Format.

Zwischen dem 18. April und dem 15. Juni 2009 fand unter dem Titel «transit09» in der Innerschweiz ein Kulturprojekt der Albert Koechlin Stiftung AKS, statt. Im Rahmen dieses Projektes konnten Texte im sms-Format (160 Zeichen) eingereicht werden. Eine Jury wählte die besten Texte aus. Unter dem Codewort «Transit» über die Nummer 266  konnte für die Dauer des Events jederfrau/mann gratis diese Kürzesttexte aufs Handy laden.

Mein Beitrag war bis auf das letzte Zeichen getuned:

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garder une, Nyon

Vom 28. März bis zum 25. Oktober 2009 zeigte ich unmittelbar beim Schloss Nyon die Arbeit “garder une” (garder, frz. für “anlassen, aufbewahren, aufspeichern, bewachen”). Eine etwas abgewandelte Variante des Projektes “grande rue”, welches ich 2007 in Môtiers gezeigt habe. visarte.vaud als Veranstalterin von “espace d’une sculpure” hatte mich angefragt, meine Arbeit von Môtiers in Nyon zu plazieren. Wie schon in Môtiers benützte ich Bäume um die Wortschilder, welche sich formal an botanische Beschriftungen anlehnen, zu setzen.

Um die Schilder an den Bäumen möglicht schonend und vandalensicher zu fixieren, habe ich für Nyon ein zweiteiliges Stecksystem entwickelt. Neben den neun Bäumen auf dem Zentrum des Platzes, gab es drei weitere Standorte. Einer davon war ein abgesägter Stamm, welchen ich mit einem “blanko-Schild” bestückt hab.

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Mindmaps

Das Projekt mindmaps besteht aus einer Serie vierfarbiger Grafik-Plots im Format A0. Die Serie führt meine Wortkreationen der vergangen Jahre in einer Arbeit zusammen. Als Organisationskonzept liegt dem Projekt der „Gesamtplan der Deutschen Sprache nach Sachgruppen“ von Franz Dornseiff zugrunde.

Die Mindmaps entstehen mit „Mindjet MindManager“, einer Software zur Erzeugung von Mind Maps. Wie CAD-Pläne werden die fertigen Diagramme auf 100g schwerem, gestrichenem Papier ausgeplottet und auf A4 gefaltet. Die Blätter werden wie Objekte behandelt und deshalb in einem verglasten Kastenrahmen präsentiert. Jede mindmap verfügt über ihre eigene Versionsgeschichte, welche in der Ecke oben links zusammen mit anderen technischen Informationen vermerkt ist.

Gesamtplan der Deutschen Sprache nach Franz Dornseiff:

  • Äussere Natur:
  • 01.000. (Anorganische Welt, Stoffe)
  • 02.000. (Tier. Mensch. Körperliches)
  • Allgemeine Seinsbeziehungen:
  • 03.000. (Raum. Lage. Form)
  • 04.000. (Grösse. Menge. Zahl. Grad)
  • 05.000. (Wesen. Beziehung. Geschehnis)
  • 06.000. (Zeit)
  • 07.000. (Sichtbarkeit. Licht. Farbe. Schall. Temperatur. Gewicht.
  • Aggregatszusände. Geruch. Geschmack)
  • 08.000. (Ortsveränderung)
  • Das Subjektive:
  • 09.000. (Wollen und Handeln)
  • 10.000. Impfindungen spinnliche (Sinnesempfindungen)
  • 11.000. (Fühlen. Affekte. Charaktereigenschaften)
  • 12.000. (Das Denken)
  • Soziales und Kultur:
  • 13.000. Diskurswesen (Zeichen. Mitteilung. Sprache)
  • 14.000. (Schrifttum. Wissenschaft)
  • 15.000. (Kunst)
  • 16.000. (Gesellschaft und Gemeinschaft)  16.420 -16.440. Errötik
  • 17.000. (Geräte. Technik)
  • 18.000. (Wirtschaft)
  • 19.000. (Recht. Ethik)
  • 20.000. (Religion. Das Übersinnliche)

Mein Blog enzyglobe ist übrigens nach den gleichen Kriterien, bzw. Kateglorien strukturiert. Wobei dort mit den Jahren einige Unterkategorien dazugekommen sind.

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askforce

„askforce“ ist im klassischen Sinn eine Neonleuchtschrift. Auf den 40 cm hohen Acrylglasbuchstaben (Schriftschnitt: Univers Roman) sind die aus Klarglas gefertigten Neonlettern befestigt. Der Leuchteffekt ergibt sich durch das fein pulsierende Rot des Edelgases Neon. Die einzelnen Buchstaben sind mit Gewindestangen auf einem vierkant Aluminiumprofil befestigt und rückseitig sichtbar verkabelt.
Als Prototyp für weitere Schriftzüge und als reales Pendant zu den Simulationen entwickelt, hängt die Arbeit nun als Kunst am Bau Objekt im Neubau des KV Bildungszentrum Luzern.

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Metafiesik vs Freuhandelszone

Als Jahresgabe für Gönner der Visarte Zentralschweiz druckte ich im Sommer 2007 bei der Druckstelle die zweifarbige Lithografie “Metafiesik vs. Freuhandelszone”. Die Lithographie mit den Dimensionen 65 x 60 cm ist auf feinem Büttenpapier gedruckt.

Neben der Auflage von 130 Stück, sind auch ein paar gelungene Epreuve Artistes entstanden.

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Univers. Schulhaus und Mehrzweckhalle, Stans

Univers. Nach der Schrift des Typografen Adrian Frutiger ist das “Kunst am Bau”-Werk von Heini Gut und mir benannt. Es ist ein umfangreiches Projekt und umfasst die Aussenfassaden des Schulhausneubaus und der Mehrzweckhalle sowie eine Vielzahl der Innenräume. Die aus einem Wettbewerb hervorgegangene Arbeit entstand 2005-2007 in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Masswerk und den beteiligten Unternehmen. Es liesse sich nun eine ganze Menge dazu schreiben, auch sind nicht alle Bilder hier selbstredend, und geben natürlich nur fragmentarisch die Arbeit wieder. Mehr Informationen zum Sprachwerk “Univers” liefert aber das PDF zum Projektbeschrieb:

Die Schrift als Allgemeingut und das Wortmaterial steht im Vordergrund dieser Arbeit. Der herkömmliche Sprachgebrauch tritt vorübergehend zurück. Die Sprache wird befreit, erhält durch Infragestellung der Anwendungsregeln und Übereinkünfte ihre ursprünglichste, bildnerische, kreative Sprengkraft zurück. Und dies genau an der Stelle (Schule) und zu der Zeit (die ersten Schuljahre), wo der Sprach- und Schriftgebrauch gefestigt und Übereinkünfte getroffen werden.

Es gibt auch eine ausführliche Dokumentation zum Gebäude, welche ich Interessierten gerne zustelle. Ansonsten lohnt es sich den Bau in der Turmatt in Stans, NW selber anschauen zu gehen. Am besten tagsüber, da kann man nämlich auch die öffentlichen Innenbereiche betreten.  Im folgenden noch ein Paar Fotos von Aussenansichten  (Alle Fotos mit Copyright bei Melk Imboden) und einige Pläne.

Die Arbeit enthält Hunderte von Buchstaben, Wortfragmenten, ganzen Worten, “einfachen” Wortspielen bis hin zu Anagrammen (in den Treppenhäusern) und anderen poetischen Spielformen wie zum Beispiel dem “hbid” und “bwgrd” in den Eingangsbereichen zum Schulhaustrakt.

Eine sehr offene Arbeit also, und ein weites Feld zum Entdecken und immer wieder Entdecken und immer wieder neu in einen Kontext zu setzen ….

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Multiples “Juhuwel” und “Überleibsel”

Für “Kunst feat. Kommerz” entstand 2007 in einer Edition von 5 Exemplaren das Multiple “Juhuwel”, welche alle verkauft wurden. Eine Variante davon, aber mit verändertem Text, nämlich “Uberleibsel” fand im selben Jahr am 1. Entlebucher Kunstmarkt seine Käufer.

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“Terra incognita” für die Schweizerische Botschaft Berlin

Die Ausstellung “Terra incognita” in der Schweizerischen Botschaft Berlin im Frühsommer 2006 fand nicht statt. Kurz vor der Vernissage wurde die Ausstellung von Walter Haffner, Gesandter der Botschaft, abgesagt mit der Begründung:

Der Entscheid, die Ausstellung durchzuführen und die Einladungen zur Vernissage am 30.05. zu versenden, war ein Fehler, den wir bedauern. Als der Inhalt der Ausstellung der Leitungsebene der Botschaft zur Kennntis gebracht wurde, haben wir die Ausstellung unverzüglich abgesagt. Wir respektieren die künstlerische Freiheit. Die Botschaft kann und will jedoch nicht Plattform sein für Darstellungen, welche nationale und religiöse Gefühle verletzen.

Was war geschehen? Die Ausstellung war von langer Hand geplant gewesen. Die Kulturabteilung der Botschaft gab als Feedback beim Erhalt der Postkarten für den Versand:

Hallo René!
Die Karten sind gerade geliefert worden und wir finden sie toll! Wirklich: die ganze Abteilung findet sie richtig super und wir habe alle gut gelacht. Von meiner Seite aus: Kompliment!
Gerne würden wir jedoch wissen, welche Fahnen ausgestellt werden, um keine diplomatische Probleme mit anderen(empfindlichen) Länder zu bekommen…!

“Die “Brisanz” des Themas mit den Ausstellungsmachern kommuniziert. Hatte sogar Selbstzensur geübt, und Fiesrael von der Liste der Länder gestrichen und durch Fiesland ersetzt. Ein halbes Jahr vor meiner Ausstellung war der Streit um 12 Karikaturen Mohammends in Dänemark entbrannt. Walter Hafner hatte zwei Wochen vor der Vernissage schlicht kalte Füsse gekriegt.

Die Einladungskarte war zu dem Zeitpunkt bereits verschickt worden. Die Gäste wurden ohne Begründung wieder ausgeladen. Zumindest die Karte hatte ihr Zielpublikum erreicht. Die kritischeren Flaggen wie “Gaudi-Arabien” oder Nichtstunesien” waren nur als Bestandteil der Einladungskarte geplant.

Die Ausstellung selbst, wär ziemlich zahnlos gewesen. Mit den Flaggen “Tubas”, “Neusehlands” und “Einflussreichs” an den Wänden des Empfangsraumes der Botschaft. Mir blieben Telefonanrufe besorgter Freunde aus Berlin (welche die Absage erhalten hatten und nicht wussten was los war) die bereits genähten Flaggen Tubas und Neusehlands sowie ein Artikel in der NZZ am Sonntag.

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Swiss Art Awards 2006

An den Swiss Art Awards hatte ich drei Arbeiten ausgestellt. Die Leuchtschrift “askforce”, die Persiflagge “Tubas” und einige der Simulationen, Wortspiele im virtuellen architektonischen Kontext von Fotomontagen. Tuba hatte ich spontan am Schluss noch mitdazugenommen, da meine Ausstellung in der Schweizer Botschaft in Berlin gecancelled worden war.

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fabula rasa

Aus dem Arbeiten mit meiner Webcam, entstand die Idee aus den entstandenen Motiven ein Legespiel à la Memory® zu produzieren. Im Verlag das 5. Tier wurde “fabula rasa” aus der Taufe gehoben.

“…ein Legespiel aus 2 x 45 Karten mit Begriffen wie Veilchenbeschleuniger und Schmutzengel, die nach dem Prinzip des „Memory“-Spiels aufgelegt und eingesammelt werden sollen. Auf die Weise kann man sich wortopädisch dem Rationalltag anfernen und gegen die Dummfruchtbarkeit manchmalträtieren, bevor die Logomotive lückwärts Greisaus nimmt.” (A. Wilkens, c’t Nr. 24/2005)

Das Spiel kann im Buchandel oder direkt beim Verlag bestellt werden. Endlich mal ein Memory® bei dem Erwachsene den Kindern überlegen sind! ;-)

fabula rasa
Ein Legespiel von René Gisler
2 x 45 Kartonsteine in schöner Schachtel
ISBN 3-9522982-4-7 /39,50 SFr /26 Euro
Verlag Das Fuenfte Tier /Kniri /CH-6370 Stans
Telefon: ++41 +41 240 65 86
www.dasfuenftetier.ch
Und hier noch ein paar Motive der Spielsteine (Im Original 6 x 6 cm gross)

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enzyglobe, phrasardeurs verbarium

Es wächst und wächst und wächst. Wer weiss was ein Blog ist klickt hier. Für alle andern:
2001 publizierte ich eine kleine, feine Enzyklopädie mit dem Titel “Der Enzyklop. Ein Wörterbuch” Zum Buch gibt es eine Webseite. Diese war ein klitzekleines bisschen interaktiv. Leser konnten es mir per E-Mail gleich tun. Worte erfinden und einsenden, damit diese auf www.enzyklop.org veröffentlicht würden. Irgendwann war mir das zu mühsam. Das www hatte sich in der Zwischenzeit auch rasant entwickelt. Was lag also näher, als eine wirklich interaktive Seite aufzuschalten?

enzyglobe – das Blog zum Enzyklop – verschreibt sich ganz den Neologismen. Es ist eine Plattform für Wortneuschöpfungen und insofern eine Weiterführung meines 2001 publizierten Buches “Der Enzyklop”. Das Blog gibt euch nun die Möglichkeit Worteinträge als“posts” zu machen, diese zu kommentieren und zu verlinken. So kann man die Kommentar-Ebene zum Beispiel verwenden, um Worterklärungen, Interpretationen, Abwandlungen, Assoziiertes, usw. zu den Wortkreationen anzufügen oder aber auch nur um untereinander zu kommunizieren

und seither wächst, ja wuchert die Datenbank von sog. Neologismen. Die 10000er Grenze haben wir (es wurden auch mehr und mehr Autor/innen) im Frühjahr 2010 hinter uns gebracht. Also nicht zögern und in der Worterfindungskiste stöbern! Mich sucht man da vergebens, denn mit dem Weblog hab ich mir auch gleich das Pseudonimm “phrasardeur” zugelegt. C U there!

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Simulationen

In den Simulationen habe ich Neologismen in Form von Leuchtreklamen in Photographien von nächtlichen Stadtsituationen eingefügt. Es handelt sich dabei um Photomontagen, wie der Name schon suggeriert. Präsentiert wurden sie auf einem hochauflösenden Flachbildschirm als Abfolge von 10-15 Einzelbildern in der Ausstellung zu den Swiss Art Awards in Basel.

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Camcollagen, der Vorläufer zum enzyglobe

über mehrere Jahre hinweg habe ich täglich aus meinem damaligen Atelier via Webcam ein Teil meines Wortschaffens publiziert.

Währenddem ich mit Magnetbuchstaben hantierte, war eine Webcam auf den Tisch gerichtet, wo alles statt fand. Die Kamera machte in kurzen Intervallen Bilder und publizierte sie auf meiner Webseite, wobei das aktuellste Bild in die obere linke Ecke gesetzt und die vorangehenden um einen Platz verschoben wurden. Nach dem Ausschalten der Cam blieben die 16 letzten Bilder auf der Seite stehen, bis ich am nächsten Tag eine neue “Session” startete.

Gedacht war das Projekt um auf spielerische Weise einen Teil der täglichen Worterfindungen nach aussen zu tragen und dem Prozess eine minimale Form zu geben. Phrasardeurs verbarium hat dieses Gefäss im August 2006 abgelöst. Die Bildebene war damit zwar adacta gelegt. Dafür ist enzyglobe aber viel partizipativer. Viele der Webcamcreationen habe ich in den vergangenen Jahren auch im enzyglobe “gepostet” (Schickimickeymouse, Lücksmoment, Mehresskunde, usw.

Die Spielform der Magnetbuchstaben auf schwarzem Grund mit den agierenden Händen habe ich später auch für das fabula rasa verwendet.

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Assoziationen, ein langsam zerfallendes WWW-Projekt

Die aus dem Jahre 2004 stammende Arbeit “Assoziationen 2.1″ ist eine Online-Collage. eine Gegenüberstellung und Neukombination von Bildern des World Wide Webs, welche ausserhalb der Urheberschaft und des Einflussbereiches des Autors liegen. Die Arbeit zerfällt seither sukzessive, da die verwendetet Bilder mehr und mehr fehlen.

So etwa könnte einer der Wege aussehen, der ein Benutzer von “Assoziationen” zurückgelegt hat.

Bereits nach einem Jahr fehlten 12 der rund 90 Einzelbilder. Bei Projektbeginn waren 186 Bildkombinationen möglich. Jedes Bild links im Browserfenster ging mindestens 3 und maximal 10 Kombinationen mit Bildern der rechten Seite ein. Der Anwender entschied mit einem Klick auf ein Bild, ob es neukombiniert werden sollte. 2006 Hatte die ich die Arbeit sanft renoviert, indem ich fehlende Bilder, wo es ging, ersetzte oder auf anderen Servern wiederfand. Die Arbeit ist auch mit den fehlenden Bildern immer noch navigierbar. Das Ikon für einen fehlerhaften Link zu einem Bild nimmt aber überhand. Assoziationen 2.1

Die Komplexität der Arbeit ist am besten auf der Sitemap ersichtlich (Stand 22.1.2006) Der Startbildschirm setzt sich aus den obersten beiden Bildchen links und rechts zusammen. Die roten Verbindunglinien der Sitemap geben die Kombinationen wieder, welche hier gezeigt werden.

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Phantomportraits

Die Phantomportraits entstanden in Zusammenarbeit mit Freunden und Bekannten, welche sich bereit erklärten eine ihnen allen bekannte Person aus der Erinnerung zu beschreiben, und mit meiner Assistenz zu visualisieren. Als Werkzeug hierzu verwendete ich die Software Faces®, welche auch die Kriminalpolizei zum Erstellen von Fahndungsbildern benützt.


Es entstand eine kleine Serie von 6 Phantombildern. Mit dem Tagesschausprecher Heiri Müller im Fokus. Die Arbeit thematisiert aus der Perspektive der “Zeugen” u. a. die Diskrepanz zwischen der Vorstellung von vermeintlich klaren Erinnerungen und der Schwierigkeit diesen eine klar artikulierte Form zu geben. Es handelt sich dabei um das Problem welchem man auch begegnet, wenn man aus der Erinnerung zu zeichnen versucht.

Die Arbeit wurde mehrmals ausgestellt. Im Kontext solcher Ausstellungen führte ich zudem Happenings durch, um mit dem Publikum und der Software gemeinsam Robotbilder bekannter Persönlichkeiten zu erstellen.

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Alben und Collagen

Aus dem Sammelsurium der Alben entstehen die Collagen und Assemblagen. Viele davon sind Gegenüberstellungen, oft paarweise angeordnete zwei, drei oder vier Stücklein Papier. Der Fundus dazu lagert in Kisten. Vieles davon sind Reste, Abschnitte Überbleibsel von alten Arbeiten. Aus dem Bedürfnis heraus, das Material leichter zugänglich zu machen, entstammt die Idee, die Schnippsel in Briefmarkenalben zu lagern.

Mir gefiel die Form und ich entschied mich die Albumseite ansich als Rahmen für fertige Werke zu nehmen.
Die Titel zu diesen und auch anderen Werken finde ich mit einem Karteisatz eines Englischen Sprachkurses. Insbesondere die Fremdwörter daraus eignen sich um ein Bedeutungsfeld zu erzeugen, ähnlich wie das auch die Collagen selbst tun.

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Fertiges Werk vs. Fundus

Als  Sammlung und Werkzeug gedacht werden die Alben bzw. einzelne Seiten daraus mehr und mehr zu fertigen Werken. Anders als bei den Collagen, welche mehr wie Gegenüberstellungen funktionieren, sind diese durch kontiniuierliches Hinzufügen und verdichten entstanden. Oft nach formalen Kriterien angeordnete, malerische Blätter.

Die Alben liegen nun schon länger brach. Doch immer, wenn ich die Arbeit am Computer satt habe, werfe ich einen Blick darauf, füge auf einer Seite was hinzu oder nehme was raus.

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das ist schon wieder war

Zu lange her, um wahr aber dafür “war” zu sein. Hab gerade auf der Festplatte gekramt und Pdfs für die 9. Ausgabe von “Das Heft das seinen langen Namen ändern wollte” von 2005 gefunden. Folgende Collagen und Übermalereien wurden damals veröffentlicht.

Überbleibsel aus meiner “vordigitalen” Zeit, als ich mehrheitlich analog gearbeitet hab. Die perfekten K.o.s können als K.o.der gratis heruntergeladen werden …

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K.o.der

“K.o.der, der” oder “was man alles mit einer einzigen Silbe anstellen umstellen kann”. Publiziert in einer kleinen Auflage als Faxedition an ein ausgewähltes Publikum während eines Atelieraufenthaltes in Berlin. Die Doppelseite nimmt das Layout meines Wörterbuches “Der Enzyklop” auf.  Und spielt einzig mit dem Ersetzen von “Ko” bzw. “Co” durch “K.o.”.

Wer die Doppelseite möchte kann sie hier oder bei pssst downloaden.

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