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Teamwork
“Im Anfang war das Wort” so lautete der Titel zur Ausstellung “Kunst auf Heiligkreuz” im Entlebuch, welche während des Sommers 2009 ebenda stattfand.
Die Gruppenausstellung war als “Kunstspaziergang” angelegt. Vom Dorf Heiligkreuz hoch zum Bergrestaurant First hatten verschiedene nationale und internationale Künstler bei welchen das Wort einen wichtigen Stellenwert einnimmt in die Kulturlandschaft eingegriffen.
Mit meiner zweiteilige Arbeit “Teamwork” bespielte ich je einen Standort am Anfang und einen am Ende des Parcours. Ziel meines Eingriffes war mitunter ein Werk zu plazieren, welches sich nicht sofort entschlüsselte bzw. nicht augenblicklich als Kunstwerk erkennbar sein sollte. Wozu man wissen muss, dass die besagte Strecke ein beliebter Wanderausflug ist. Ich suchte also nach einem Träger für Worte, welches sich im Kontext des Wallfahrtsortes Heiligkreuz unauffällig einbringen liess und kam so auf die Idee T-Shirts auf einer Wäscheleine zum Träger meiner zwei Botschaften zu machen. Das Design der T-Shirts wählte ich derart, dass sie auf den ersten Blick als Mannschaftsleibchen eines Sportvereines durchgehen würden.
Der erste Standort im Dörfchen war so gewählt, dass er einem unaufmerksamen Betrachter entgehen konnte. Alle Arbeiten war zwar ausgeschildert, zudem gab es einen Führer zum Parcours und diverse Rahmenveranstaltungen. Zu meinem Zielpublikum zählte ich aber explizit auch alle zufälligen Passanten und Ausflügler. Der zweite Standort beim Bergrestaurant First war sehr auffällig gewählt. Spätestens da sollte auch der Wanderer auf den Stewi mit den T-Shirts und den Text aufmerksam werden.
Mit den Wortspielen KOMMHERZ für den Standort im Wallfahrtsort selber und PLACEBEAU für den Aussichtspunkt versuchte ich ein weites in sich aber widersprüchliches Feld an Assoziationen und Bedeutungen zu den Standorten aber auch zur Kunstproduktion und Rezeption aufzutun. Die beiden Installationen hielten der Witterung erstaunlicherweise bis fast zum Ende der Ausstellung stand. Ein Sturm kurz vor Ende riss der Stewi auf First einen Arm ab. Die roten Shirts war nach zweieinhalb Monaten Sonneneinstrahlung zudem etwas ausgebleicht.
Die T-Shirts waren zudem so konzipiert, dass sie auch nach der Ausstellung noch als Träger ihrer Botschaft fungieren können, wobei diese dann, aus dem Zusammenhang der Wäscheleine und der Ausstellung gerissen, anders weiterfunktionieren würden. In einer Versteigerung zum Abschluss der Ausstellung sollten sie verkauft werden. Die Öffentlichkeitsarbeit zum ganzen Ausstellungsevent war aber leider derart katastrophal, dass kein kaufkräftiges Publikum erschien um die 250.– Fr. Mindestgebot pro T-Shirt abzugeben.
However. Die T-Shirts kann man nachwievor kaufen! Sie werden von mir signiert ausgeliefert und sind alles Unikate. Die roten (PLACEBEAU) haben alle die Grösse M. Die blauen (KOMMHERZ) ein L. Beide tragen auf der Rückseite den Schriftzug “Heiligkreuz” und die Nummer “09″. Die Sportleibchen der Marke Puma sind aus feuchtigkeitsregulierendem Material und sehr strapazierfähig (sic!)
Projektbeschrieb und Grobkonzept zu TEAMWORK alias “Weisser Riese”